Bild Ischia

Die erste Phase vulkanischer Aktivität auf der Insel Ischia umfasst die Zeit von >150.000–73.000 Jahren. Zu dieser Zeit sind die ältesten vulkanischen Strukturen, vor allem monogenetische Maare, Lava Dome sowie Schlackekegel und Lavaströme entstanden. Darauf folgte eine sehr explosive Phase plinianischer Eruptionen, die mit gewaltigen Aschefällen verbunden waren. Das Ende dieser Phase war geprägt durch die Entstehung von Lava Domen und Lavaströmen. Beispiele aus dieser ersten Phase sind Punta Imperatore, Punta Chiarito, Sant'Angelo, Monte di Vezzi und Castello d'Ischia. Vom Monte Vezzi aus wurden zwei viskose Laven gefördert. Weitere Lavaströme formten die Halbinsel San Pancrazio, Punta della Cannuccia und Parata.
Die zweite Phase begann vor ca. 60.000 Jahren und dauerte etwa 4.000 Jahre. In dieser Zeit kam es zur Bildung einer Caldera. Damals sind große Bereiche im Süden und Osten der Insel Ischia, sowie die Nachbarinseln Procida und Vivara und die phlegräischen Felder von Bimsstein-reichen Ablagerungen überdeckt worden. Im Anschluss folgten starke explosive Eruptionen mit mächtigen Ignimbrit Ablagerungen, die sich bis in den marinen Bereich und die phlegräischen Felder verfolgen lassen. Diese Eruptionen sind für den darauf folgenden Einsturz der ischitanischen Caldera, in der sich massive Tuff-Ablagerungen gebildet haben, verantwortlich. Diese Tuffe haben eine intensive hydrothermale Alteration erfahren und sind heute an ihrer markanten grünlichen Farbe erkennbar. In dieser Phase entstand ebenfalls der große unterseeische Vulkan namens “Secca d’Ischia” südöstlich der Insel, dessen Ablagerungen im Südosten (Scarrupata di Barano) zu finden sind.
Dieser Phase von intensivem Vulkanismus folgte eine ruhigere Periode, die von Erosion und Sedimentation geprägt war. Dies führte dazu, dass die Vertiefung, die durch den Einsturz der Caldera entstanden war, zum Teil mit Sedimenten verfüllt wurde.
Der genaue Zeitpunkt des Wiederauflebens der Caldera in der dritten Phase ist schwer zu bestimmen. Es gibt jedoch geologische Hinweise, dass der zentrale Bereich (Monte Epomeo) vor 33.000 Jahren um mindestens 600 m gehoben wurde. Das Wiedereinsetzen von vulkanischer Tätigkeit ist durch 45.000 Jahre alte Tuffkegel im westlichen marinen Bereich der Insel (Citara) belegt. Zeitgleich ereignete sich auf den phlegräischen Feldern eine verheerende Supereruption, dessen Ablagerungen als Kampanischer Ignimbrit bezeichnet werden und ebenfalls die Entstehung einer Caldera zur Folge hatte. Geologische Erkundungen haben gezeigt, dass es in dieser Phase auch auf Ischia zu vielen Eruptionen mit Tuff- und Schlackekegeln entlang von Bruchzonen der Insel gekommen ist.
Nach einer kurzen Ruhephase von wenigen tausend Jahren hat die vulkanische Aktivität vor allem im westlichen und südwestlichen Bereich des vulkanischen Feldes vor etwa 29.000 Jahren erneut eingesetzt. Diese vierte Phase war geprägt von explosiven Eruptionen, die mächtige Bimsstein-Ablagerungen im Westen der Insel erzeugten (Russo pyroclastics). Zeitgleich kam es zu weiteren Ausbrüchen, die voluminöse Schlacken und Bimsstein-Ablagerungen hervorbrachten (Scarrupata di Panza, La Nave Einheiten).
Die Aktivität der fünften Phase, zwischen 10.000 und 6.000 Jahren vor heute war besonders durch sogenannten monogenetischen Vulkanismus im nördlichen und östlichen Bereich der Insel geprägt. Dabei entstanden Lava Dome und Lavaströme (z.B. Selva del Napolitano, Fundera, Zaro Komplex) sowie der Tuffkegel im Bereich von Casamicciola. Zum Ende dieser Phase ereigneten sich phreatoplinianische Eruptionen, die gewaltige Aschewolken produzierten, welche heute große Teile des Südostens der Insel bedecken und dessen Relief prägen (Piano Liguori Einheit).
Während dieser und der darauf folgenden 6. Phase vulkanischer Aktivität kam es außerdem immer wieder zu Schuttlawinen und Hangrutschungen an den Flanken des Monte Epomeo. Diese Ereignisse, in Kombination mit der Entdeckung gehobener mariner Ablagerungen (Strandterrassen) deuten auf eine erneute Phase der Hebung des Monte Epomeo hin, die vermutlich durch den Zustrom von frischem Magma in die Magmakammer unterhalb der Insel hervorgerufen wurde.
Die sechste Phase wird datiert auf 3.700 Jahren vor heute bis 1301. Vor allem zur Zeit der Griechen und Römer bis ins Mittelalter war der Vulkanismus auf Ischia sehr intensiv. Mindestens 15 vulkanische Gebilde sind im östlichen Bereich der Insel beschrieben. Dazu zählen die Vulkane Rotaro und Montagnone sowie damit verbundene pyroklastischen Ablagerungen, Schlacken und Schlackenkegel des Vatoliere, Molara, Cava Nocelle, Punta della Cannuccia und Ischia Porto. Die vulkanische Aktivität fand seinen Abschluss mit dem Ausbruch des Arso im Jahr 1301, der einen Lavastrom produzierte und westlich des Castello Aragonese ins Meer mündete.

Ischia Sbrana 2018 Abb. 1: Übersichtskarte der Insel Ischia mit den einzelnen Aktivitätsphasen (aus: Sbrana et al. 2018)

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